NEIL YOUNG + PROMISE OF THE REAL The Visitor

Warner

Neil Never Sleeps.

Für gewohnt ist Neil Young – seines Zeichens Godfather of Grunge, Musikgenie, politischer Aktivist, Audiophiliac, und Entwickler des Musikformats PONO (ein hoffnungsvoller Konkurrent von MP3) – gegen Ende eines Jahrzehnts in Bestform und begeistert die Welt mit unerwarteten Meisterwerken. Beweise? "Everyone Knows This Is Knowhere" 1969, "Rust Never Sleeps" 1979, "Freedom" 1989. Reicht? Dachte ich doch... Ob sich der kanadische Singer-Songwriter in seinen 70ern nochmals selbst übertrifft, gilt abzuwarten, an mangelnder Neuware hapert es jedenfalls nicht. Jeder Neil Young-Bewunderer weiß mittlerweile, dass der Herr über mehrere Modi verfügt: Da gäbe es den Soft-Modus – Neil Young setzt sich mit der Akustikgitarre zum Mikrofon und singt/spielt rührende, minimalistische Country-/Folk-Nummern ein. Dann gibt es noch den Crazy-Modus, ein paar Beispiele dafür wären – Neil Young geht mit einer Big Band ins Studio, Neil Young nimmt Musik mit einem in den 40er Jahren erfundenen Recording-Gerät auf oder Neil Young veröffentlicht ein Synth Pop-Album. Sein wohl bekanntester ist aber der Heavy-Modus – hier geht Neil Young mit CRAZY HORSE oder anderen Musikern (neuerdings immer wieder PROMISE OF THE REAL) ins Studio und macht Lärm (1 Song, 1 Take! Ein zweiter Take wäre Verschwendung...). Sein neuester Streich "The Visitor" wurde größtenteils in letzterem Modus geschaffen und ist eine ausführliche Attacke an Donald Trump und seine "Make America Great Again"-Kampagne. "You're Already Great / You're the promised land / You're the helping hand" singt Young auf dem Opening Track. Ein ebenso starkes Statement liefert das bereits am 4. Juli veröffentlichte "Children Of Destiny", das mit einem 56köpfigen Orchester eingespielt wurde. So legitim die Existenz dieses neuen Tonträgers auch ist, wir müssen wohl noch bis 2019 warten bis wir wieder mal so richtig vom Hocker gerissen werden.

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