In nostalgischem Cover in Form eines abgegriffenen, leicht versifften Airmail-Briefes haben nun die beiden Protagonisten Josh Allen und Ben Forrester endlich das längst überfällige Zweitwerk aus der Taufe gehoben.
„Red Dirt Town“ versteht sich nicht als zwingende Fortsetzung der Debütscheibe sondern zeigt die musikalische Weiterentwicklung des Quartetts mit den beiden Namensgebern und der erprobten Rhythm-Section Hendrik Herder (bs) und Matze Böhm (dr) deutlich auf. Die Roots der Herrschaften liegen unvermindert im Southern Rock und Blues, dass Genre-Größen wie die ALLMAN BROTHERS, LYNYRD SKYNYRD die BLACK CROWES oder BLACKBERRY SMOKE zu ihren Vorbildern zählen ist nicht zu überhören ebenso wenig wie die Tatsache, dass man sich hier auch vermehrt in etwas ruhigeren Gefilden des modernen Americana und Country-Rock bewegt.
Die beiden eröffnenden Songs „Skin Deep“ und „Misery Likes Company“ dröhnen in bester LYNYRD SKYNYRD-Manier aus den Speakern, wobei letzterer nicht nur namentlich etwas von „Misery Loves Company“ der ROSSINGTON COLLINS BAND inspiriert sein dürfte. Bei dem nachfolgenden „White Picket Fences“ schenken die Herrschaften überaus gekonnt in Richtung Radio-tauglichem Americana um die Stimmung gleich darauf mit dem Old School-Rocker „Sweet Marie“ wieder anzuheizen.
Die 10 Songs bestechen durch warmen, organischen Sound, aufgenommen auf analogem 2-Inch Tape und garantiert ohne KI, wie die Jungs unübersehbar auf dem Artwork vermerkt haben.
Zu meinen Favoriten zählen das getragene „Little Breathin‘ Reason“ das in einem fulminanten, ausgedehnten Gitarren-Bravourstück gipfelt und das abschließende „From The Ashes“, auf dem Ben Forrester mit gleichermaßen beeindruckenden Les-Paul Soli besticht.
Großartiges Songwriting mit mehr als überzeugender musikalischer Umsetzung, "Red Dirt Town" ist definitiv ein "must have" für Genre-Aficionados!

