DELILAH HOLLIDAY Fat Cat

One Little Independent / Bertus

Keine Schublade

Mit „Fat Cat“ legt Delilah Holliday ein Album vor, das sich, wie schon ihre Debüt-EP, nur bedingt in eine Schublade stecken lässt. Zwischen Indie-Pop, Soul, Funk, Trip Hop und Alternative bewegt sich die Londonerin durch zehn Songs, die vor allem von Atmosphäre, eigenwilligen Arrangements und ihrem charakteristischen Gesang leben.

Bereits der Titeltrack gibt die Richtung vor: Das sphärische Sequencer-Intro wird jäh von an PRODIGY gemahnenden fetten Breakbeats abgelöst und in Delilah’s eindringlichem Gesangsvortrag lässt sich innere Aufgewühltheit und den Schmerz erkennen, der sich durch Krankheit und persönliche Verluste aufgestaut hatte. Ihre Lyrics spiegeln den verletzlichen Zustand ihrer Seele wider – „Escape from your personal hell, I got to fight“ lässt sie uns in „Dred“ wissen, das flehentliche „Survive another day, keep going“ auf „God Willing“ geht ans Herz, erst auf „Dream In Colour“ klingt sie mit „If your spirit is broken I’ll fix it“ ein wenig positiver. Das mit dräuender Elektronik umrahmte „Free State“ ist ein Protest-Lament gegen die politische Situation in ihrer Heimat und zum Abschluss wirft die Lady mit dem schwebenden „Lovebite“ dann zur Abwechslung auch ein richtiges Liebelied in die Waagschale. 

„Fat Cat“ ist ein Album, das sich durchlebt und hart erkämpft anfühlt. Es ist ausgereift, komplex und in seiner Vision und Absicht völlig kompromisslos. Traut euch!

delilahholliday.com