LAFEE Schatten & Licht

Lucky Bob / SPV

Für die jüngere Zielgruppe

Zu Anfang letzten Jahres wurde ich ersucht, die minderjährige Tochter eines Freundes zum Konzert ihres Idols LAFEE in den Wiener Gasometer zu begleiten. 

Der ehemalige Teeniestar war nach Exkursionen ins Musical- und TV-Business wieder in der Spur, hatte über die blamable Performance ihres 2021er Albums “Zurück In Die Zukunft” elegant den Mantel des Schweigens geworfen und servierte den zahlreich angetretenen Fans ­– vorranging weiblich und jung – eine durchgestylte Show, mit Gothic-Attitüde, Metal-Riffs und dementsprechender Gewandung. Wie auch immer, den Kids gefiel es.

Selbiges ist demnach auch von “Schatten & Licht” zu behaupten. Die Künstlerin geht keinerlei Risiken ein, stellt das bewährte Konzept von semi-autobiografischen Inhalten in den Vordergrund (der Opener nennt sich schlicht “LaFee”), angereichert mit exakt bemessener Dramatik (als “Königin der Nacht, Kriegerin am Tag” stellt sie sich gleich zu Beginn vor) und den erprobten Gitarren-Riffs. “Benzin” ist kein Cover der alten RAMMSTEIN-Hymne sondern LAFEE’s musikalische Rezeptur gegen emotionale Durchhänger, “Kriegerin” ist vehementer Protest gegen das Patriarchat und die Gender-Pay-Gap und der Uptempo-Kracher “Komm Mir Nicht Zu Nah” zeigt nachdrücklich klare Grenzen auf.

Dass mich die Künstlerin persönlich nicht wirklich abholen kann liegt weder an den Texten noch an der Musik, sondern an der unüberhörbaren Tatsache, dass das Konzept punktgenau auf die oben erwähnte Zielgruppe zugeschnitten ist.

Und die wird’s mögen, jede Wette!

lafeeofficial.com