Die „Lichtburg“ in Essen mit einem Fassungsvermögen von 1250 Personen zählt zu den renommiertesten und größten Kinos Deutschlands. dass die Jungs von LONG DISTANCE CALLING eines Tages in diesem Saal ein umjubeltes Konzert absolvieren würden, und dieses obendrein auch noch für die Nachwelt mitgeschnitten wird, hätten sich die Musiker aus Münster zu Zeiten ihres Debüts wohl nicht einmal erträumen lassen. Heute, knapp 20 Jahre später, sieht die Sache ganz anders aus. Zum einen, weil sie längst zu einer der führenden Formationen des so genannten Post-Rock geworden sind und zum anderen, weil sie das Publikum im altehrwürdigen Lustspielhaus offenbar für die Aufnahmen des vorliegenden Live-Drehers dermaßen mitgerissen haben, dass sie in wenigen Wochen ihr nächstes Studioalbum "The Phantom Void" dort vorstellen werden.
Vorhersehen konnte man eine solche Karriere definitiv nicht, die gleichermaßen eigenwillige wie eigenständige Instrumental-Mucke schien es logischerweise schwer zu haben gegen all die, dem Mainstream zugetane Acts jeglicher Couleur. Doch diese Burschen, die an jenem denkwürdigen Abend von Gastmusikern an Violine, Cello, Trompete und Posaune begleitet wurden, haben es sich zu keinem Zeitpunkt einfach gemacht, sondern immer konsequent weitergearbeitet. Vor allem aber haben sie an sich selbst geglaubt, und seit jeher mehr Wert auf Atmosphäre, Stimmung und klangliche Dichte ihrer Kompositionen gelegt, als darauf zu hoffen, etwaige „Hits“ zu veröffentlichen.
Wie schon auf ihren acht Studiotonträgern regiert auch bei der Aufzeichnung dieses Gigs, der im Februar 2024 stattgefunden hat, ein in sich stimmiger Mix aus den genannten Zutaten sowie der daraus resultierende Flow, aus dem man, wenn man von der Musik der Band erst einmal „gefangen“ genommen wurde, nicht mehr entkommen kann.
Der Auftritt selbst umfasste alle Schaffensphasen der Formation, auch wenn der Großteil der insgesamt 15 Songs von den beiden Erfolgsalben "Eraser" und "Avoid The Light" stammt. Klangtechnisch kommt die Sache ordentlich daher, wer sich auch von der visuellen Umsetzung der Tracks ein Bild machen möchte, greift der Einfachheit halber zur blu-ray, oder einem Kombi-Pack.
Sicher, man muss sich schon auf LONG DISTANCE CALLING einlassen, um sich in ihrem, einem Sog gleichen, akustischen Vortrag auch wohlzufühlen. Hat man sich jedoch erst einmal mit der Musik dieser Band angefreundet, kommt man nur allerdings auch nur schwer wieder davon los.
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