Dass Steve VAI und Joe SATRIANI schon mehrfach gemeinsame Sache gemacht haben, ist bekannt. Nicht zuletzt, weil sie bei den legendären G3-Tourneen mit ihrem Spiel das Publikum schwer imponiert haben. Man weiß also längst, dass die beiden Ausnahmegitarristen blenden harmonieren. Das stellen sie dieser Tage eindrucksvoll auch mit »The Sea Of Emotion«, dem ersten, in trauter Eintracht eingespielten Album unter Beweis. Davon gesprochen haben sie offenbar schon vor langer Zeit. Schließlich kennen die beiden Musiker einander seit den frühen 70er Jahren, als Steve als Jugendlicher ein Gitarrenschüler des nur einige Jahre älteren Joe gewesen ist. Geklappt hat es mit einer Kooperation bislang jedoch noch nie.
Doch jetzt, geschlagene 53 Jahre nach den ersten Kontakten zueinander, ist es endlich soweit. Auf dem Album regiert logischerweise die für beide Saitenartisten typische Instrumentalmusik, für die sie von ihrem Co-Produzenten Eric Caudieux an den Keyboards sowie von diversen Bassisten (u. a. Matt Bissonette und Marco Mendoza) und renommierten Schlagzeugern wie Kenny Aronoff, Gregg Bissonette und Mike Mangini unterstützt wurden.
Im Vergleich zu vielen anderen ihrer Zunft haben die Herren Vai und Satriani seit jeher weniger Wert auf die technischen Aspekte ihrer Instrumentalkunst gelegt, und stattdessen versucht Emotionen in ihren Songs zu vermitteln. Genau das steht auch auf dem ersten „Duettalbum“ auf dem Programm, auch wenn immer wieder regelrecht fingerbrecherische Passagen zu vernehmen sind. Etwa im lässigen Opener "Mayhem" dem wieselflinken "Zoot Suit Riot" oder dem wuchtigen "Bronco Freight Train". Als weiterer Höhepunkt ist auch der dreiteilige Titelsong zu nennen, der es in Summe auf etwas mehr als eine Viertelstunde bringt.
Doch die beiden Herren haben es sich auch nicht nehmen lassen und für das geradezu ironisch betitelte "I Wanna Play My Guitar" einen Gastsänger ins Studio gebeten. Dabei handelt es sich um niemand geringeren als Glenn Hughes, der einmal mehr einen mächtigen Auftritt liefert, weshalb die Nummer trotz des für die Scheibe untypischen Gesangs keineswegs aus dem Rahmen fällt. Auch die an sich grundlegend unterschiedlichen Stile der beiden Saitenkünstler, die zwar im Verlauf der Spielzeit durchaus zu vernehmen sind, harmonieren auf großteils elegante Manier, weshalb nicht nur absolute Six-String-Fetischisten »The Sea Of Emotion« unbedingt hören müssen!
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