SOFT MACHINE Thirteen

Dyad Records / Proper / Bertus

Stilistisches Potpourri

SOFT MACHINE zelebrieren das 60-jährige Bandjubiläum mit der Veröffentlichung ihres 13. Albums, verbrämt mit 13 Songs und schlicht und einfach, der ursprünglichen Tradition folgend, „Thirteen“ benannt.

Natürlich stimmt die Aussage mit dem Bandjubiläum nicht so ganz, das längst dienende Bandmitglied, Gitarrist John Etheridge, ist gerade mal ein halbes Jahrhundert mit von der Partie und prägende Mitstreiter wie Mike Ratledge, Kevin Ayers, Hugh Hopper, Elton Dean und Daevid Allen haben bedauerlicherweise längst das Zeitliche gesegnet. SOFT MACHINE entstand aus dem Nukleus der freigeistigen psychedelischen Szene im Canterbury der 60er Jahre und die stetige Wandlung ihres Stils kam somit keineswegs überraschend. Zu Anbeginn noch dem Rock zugeneigt ging’s bald zügig in jazzige Gefilde und „Thirteen“ weist interessanterweise eine starke Verbindung zu beiden Lagern auf.

Der „Lemon Poem Song“ eröffnet das Album mit feinsinnig melodischem Jazz bevor es mit dem Instrumental „Open Road“ richtig schön proggig wird, gefolgt vom ECM-artigen Kammerjazz mit „Seven Hours“, das dann zunehmend Avant Rock-Züge annimmt. Auf „Pens To The Foal Mode“ ist dann völlig losgelöste Improvisation angesagt. Also für jedermann etwas dabei, könnte man sagen.

Drummer Asaf Sirkis und Bassist Fred Thelonius Baker bestechen mit unbeschreiblich mitreißender Synchronität bei jeglicher Rhythmus-Akrobatik, Theo Travis lebt seinen Multi-Instrumentalismus mit Saxophon, Flöte, Piano, Mellotron und elektronischen Effekten genüsslich aus und über John Etheridge’s superbe Gitarrenarbeit muss man wohl keine großen Worte verlieren.

Mit „Daevid’s Special Cuppa“ wird hier dem unvergessenen Daevid Allen gehuldigt, der Song wurde um rund ein Glissando-Gitarrenmotiv gestrickt das aus dessen GONG-Ära stammt.

„Thirteen“ erweist sich definitiv nicht als sprichwörtliche Unglückszahl, ganz im Gegenteil.

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