Zu meinem Erstaunen entdeckte ich tatsächlich vier der bisherigen Alben der Balinger Melodic Hardrocker in meiner Sammlung, hatte aber ad hoc null Ahnung mehr wie SUBWAY damals klangen. Aber eigentlich egal, denn die Herrschaften hatten auf den den letzten beiden Scheiben von 2000 („Don’t Look Back“) und 2010 („Lola’s Theme“) kein einziges Originalmitglied mehr in ihren Reihen, allerdings ist nun auf „Turn Back The Time“ zur allgemeinen Überraschung die Urbesetzung Peach Stöckli (voc), Bemy Blitzer (git), Martin Arnold (bs) und Tommy Strobel (dr) nahezu komplett wieder am Start, nur statt Henry Sauter zeichnet hier Robin Stöckli für die Tastenarbeit verantwortlich.
Die wiedervereinte Trupper knüpft hier mehr oder weniger nahtlos an ihr 1992er Erfolgsalbum „Hold On To Your Dreams“ an und fährt 10 astreine Songs auf, die gekonnt den Bogen von melodiösem Hard Rock über eingängige AOR-Hymnen bis zu amtlichen Balladen spannen und dank der zeitgemäßen und knackigen Produktion von Dennis Ward (PINK CREAM 69, HELLOWEEN, ANGRA, UNISONIC ...) durch die Bank überzeugen können.
Songs wie der Titeltrack, „Breaking The Chains“ „When It’s Gone“, „Bittersweet Melody“ oder „Hear You Cry“ verstehen sich als Aufarbeitung der musikalischen Zeitreise, die nicht nur von absoluten Höhenflügen sondern auch durch Mißerfolge und schmerzliche Erfahrungen geprägt wurde.
Die treue, altgediente Fangemeinde wird mit „Turn Back The Time“ hundertprozentig auf ihre Kosten kommen, auch bislang unbedarfte Melodic Rock-Afficionados sollten hier unbedingt ein Ohr riskieren!

