Mit "Furure Soul" legt die Tedeschi Trucks Band ihr mittlerweile sechstes Studioalbum vor und zeigt einmal mehr, warum sie zu den spannendsten Acts zwischen Blues, Soul und Rock gehören. Die 11 Songs wirken wie ein organisch gewachsenes Gesamtwerk, das gleichermaßen vertraut und überraschend klingt.
Schon der Opener „Crazy Cryin’“ macht klar, wohin die Reise geht: warme Grooves, dichte Arrangements und diese unverwechselbare Mischung aus Southern Soul und Jam-Band-Ästhetik. Der anschließende Track „I Got You“ bringt eine frische, fast klassische Rocknote ins Spiel und wurde bewusst als stilistische Weiterentwicklung angelegt . Überhaupt ist „Future Soul“ ein Album, das sich nicht auf den Lorbeeren früherer Erfolge ausruht.
Im Zentrum steht wie immer die Chemie zwischen Susan Tedeschi's kraftvoller, emotionaler Stimme und Derek Trucks’ genialem, expressivem Gitarrenspiel, Songs wie „Who Am I“ oder „What In The World“ leben von genau diesem Zusammenspiel. Gleichzeitig zeigt die Band eine neue Straffheit – die Stücke sind kompakter als auf dem bisweilen ausufernden Vorgänger "I Am The Moon, ohne an Tiefegang zu verlieren .
Stilistisch bewegt sich das Album souverän zwischen Blues, Soul, Funk und (Southern-) Rock, ergänzt durch knappe, spontane anderwärtige Genre-Exkursionen bis hin zu punkigen Anklängen . Diese Vielfalt wirkt jedoch nie beliebig, sondern fügt sich zu einem kohärenten Soundbild zusammen, das die kollektive Stärke der zwölfköpfigen Band unterstreicht.
Einige Fans mögen die emotionale Wucht früherer Werke vermissen oder den Sound als zu glatt empfinden, dennoch überwiegt der Eindruck eines gereiften, selbstbewussten Albums, das eher auf Atmosphäre und Groove setzt als auf große Gesten.
"Future Soul" zeigt keinen radikalen Bruch, sondern eine kluge Weiterentwicklung. Die Tedeschi Trucks Band verfeinert ihren Sound, experimentiert mit Bedacht und bleibt dabei ihren Roots treu. Ein Album, das wächst und dem Zuhörer mit jedem Durchlauf noch ein Quentchen mehr von seinem Charme preisgibt.

