TEMPERANCE MOVEMENT New Promise Land Incorporated

Earache Records / Edel

Gelungenes Comeback!

 

Da es mittlerweile mehr als zehn Jahre her ist, dass THE TEMPERANCE MOVEMENT kurz vor dem internationalen Durchbruch standen, sei mit einem kurzen Rückblick begonnen. Nachdem das 2013 aufgelegte, selbstbetitelte Debütalbum mehr als respektabel ankam, und sich auch ebenso verkaufte, folgte zunächst eine Tournee zusammen mit RIVALS SONS, ehe die Herren Jagger, Richards und Co. die Classic-Rock-Durchstarter für diverse Stadion-Open-Air-Gigs ins Vorprogramm nahmen. Es sah auch danach noch verdammt gut aus für die Jungs aus dem UK. Denn auch »White Bear«, ihr zweiter Longplayer, der 2016 veröffentlicht wurde, fand bei Presse und Fans jede Menge Zuspruch. Gegen Ende der dazugehörigen Gastspielreise war jedoch zu bemerken, dass die Band ausgebrannt war, weshalb eine selbst auferlegte Ruhepause für das Quintett die Folge war. Untätig waren die Herren in dieser Phase allerdings keineswegs. So musste unter anderem versucht werden, diverse persönliche Situationen zu meistern, beziehungsweise innere Dämonen in den Griff zu bekommen.

Musikalisch war lediglich von Frontmann Phil Campbell etwas zu hören, der ein Solo-Album auf den Markt brachte, und mit THE BYSON FAMILY für gediegene Americana-Sounds sorgte. Vom Classic Rock seiner Stammband war er damit aber ebenso weit entfernt wie Gitarrist Paul Sayer, der unter anderem bei Robbie Williams in die Saiten langte. Seit sich die Briten allerdings dazu entschlossen haben THE TEMPERANCE MOVEMENT wieder an den Start zu bringen, scheint klar zu sein, dass man sich dabei einzig und alleine an der glorreichen eigenen Vergangenheit orientieren würde. Auf überzeugende Weise, denn schon der Opener "Shadows" lässt von der rohen Energie und den Strukturen her an das selbstbetitelte Erstlingswerk denken. Auffällig sind in besagter Nummer einmal mehr auch Reminiszenzen an THE BLACK CROWES, die auch in "Silverlight Blues" zu bemerken sind. Doch nicht nur das Frühwerk der Robinson-Brothers und ihrem Gefolge kommt einem beim Hören in den Sinn, in manchen Tracks erweckt die Truppe gar den Eindruck, sie würde versuchen, alle ihre Einflüsse – die nun mal von AC/DC über THE FACES und THE STOOGES bis hin zu THE ROLLING STONES reichen - unter einen Hut zu bringen. Selbiges gelingt tatsächlich gut, und das auf ganzer Linie.

Also auch, was den Gesang betrifft. Phils ungehobelt-kratziges Organ erinnert zwar mitunter immer noch an Brian Johnson zu dessen Glanzzeit, allerdings beweist er auch, dass er wesentlich entspannter und gemäßigter ins Mikro röhren kann, etwa in "Hometown Kings & Queens" oder "Saving Grace". Als überaus gelungen entpuppt sich auch der erdige Sound von Ethan Jones, dem es auch zu verdanken ist, dass die Gitarren überraschend hart und knackig aus den Boxen dröhnen.

Kurzum, mit »New Promise Land Incorporated« ist THE TEMPERANCE MOVEMENT ein überzeugendes Comeback gelungen. Mal sehen, ob die während der (Zwangs-?)Pause erlangte Reife die Band nun länger durchhalten lässt…..

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